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Die Qual der Wahl oder auch Re-Read für einen älteren Buchschatz

Gibt es etwas Schöneres als an einem Wochenende unverhofft zu mehr Lesezeit zu kommen? So fand ich mich also auf der Suche nach einem neuen Buch für die nächsten Stunden vor meinem Regal und damit auch wie so häufig vor der Qual der Wahl…

Ein gut gefülltes Bücherregal mit vielen ungelesenen Büchern oder ein deckenhoher SuB mag zwar für viele ein schöner Traum sein, aber seien wir doch ehrlich: So manches Mal kann es auch ein Fluch sein. Auf der Suche nach der nächsten Geschichte, in die es sich abzutauchen lohnt, halte ich meist erst dieses, dann jenes Buch in der Hand, um dann doch wieder zu einem ganz anderen zu greifen.

Doch diesmal habe ich mir einen ganz besonderen Luxus erlaubt und einem Buch nachgegeben, das mir so sehr zugezwinkert hat, dass ich es noch einmal zur Hand genommen habe. Lesezeit ist ein begrenztes Gut, das weise genutzt werden möchte und so kommt es nicht oft vor, dass ich mir die Zeit für ein Re-Read nehme. Bei diesem Jugendthriller jedoch, den ich schon 2010 (Wahnsinn, ist das wirklich schon 7 Jahre her?) gelesen habe, musste ich diesmal einfach eine Ausnahme machen. Tatsächlich kann ich gar nicht mehr zählen, wie oft ich das Buch weiter empfohlen habe.

Und während ich mich noch einmal mit Nick ins Abenteuer werfe, habe ich gedacht, ich lasse Euch einfach mal meine Rezension von damals da und zeige Euch, dass auch ältere Titel nicht ihren Reiz verlieren:

Aus der Hand legen? – Unmöglich!

Erebos! Tritt ein oder kehr um! Als unscheinbare Päckchen an seiner Schule herumgereicht werden und seine Mitschüler anfangen, sich merkwürdig zu verhalten und sogar abkapseln, wird Nick stutzig. Was er zunächst albern fand, weckt seine Neugier erst recht, als sogar sein bester Freund kaum noch zu erreichen oder gar ansprechbar ist. Doch niemand, den er auf die Päckchen anspricht, möchte mit ihm darüber reden. Als er endlich in den Besitz eines solchen Päckchens kommt, hält er eine unscheinbare CD in der Hand. Kaum hat er es installiert und das Spiel gestartet, nimmt es ihn gefangen und lässt ihn nicht mehr los. Zunächst ein Spiel, verwischt die Grenze zwischen Realität und Virtualität rasant schnell. Harmloses Computerspiel? Fehlanzeige. Welches Geheimnis steckt hinter Erebos?

Achtung, einmal angefangen fällt es schwer, „Erebos“ aus der Hand zu legen. Schlafen und Essen werden vollkommen nebensächlich, ebenso wie ein Leben außerhalb des Buches. Genau wie das Spiel im Buch nimmt das Buch selbst den Leser gefangen und lässt ihn erst wieder los, wenn nach der letzten Seite zugeklappt wird. Dies allerdings mit leisem Bedauern, da man doch gerne noch weiter gelesen hätte…
Nick als Protagonist hat vom ersten Moment an die Sympathie des Lesers auf seiner Seite. Eine Figur, die von der Autorin wunderbar ausgestaltet ist und neben vielen Stärken durchaus auch Schwächen hat. Genau das aber macht ihn umso interessanter, vor allem aber auch nachvollziehbar. In jeder Sekunde ist man bei Nick und verfolgt gespannt das Geschehen.
Auch wenn die Grenze zwischen der Realität und der virtuellen Welt oftmals verwischt,  verliert man nie den Überblick. Auch die anfänglichen, noch etwas ausführlicheren Schilderungen zur Bedienung des Spiels verschwinden mit der Zeit, so dass keine lästigen Passagen stören. So entsteht eine dichte Story.
Sprachlich kann die flüssige Schreibweise mit der rasanten Handlung mithalten. Das ist auch gut so, denn bevor man nicht auf der letzten Seite angekommen ist, lässt sich das Buch ohnehin nicht aus der Hand legen.

Fazit:
Tritt ein oder kehr um! Ich empfehle Ersteres und das ohne Einschränkungen! Absoluter „page-turner“!

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Erebos
Loewe
Taschenbuch (scheint nur noch das TB zu geben)
488 Seiten
ISBN 978-3-7855-7361-7
9,95 €

#4 Advent, Advent…

…und wenn das vierte Lichtlein brennt, dann steht das Weihnachtsfest quasi bereits vor der Tür. Mit anderen Worten, es ist schon wieder eine kurze Weihnachtsbuchvorstellung fällig. Und heute werden diejenigen auf den Geschmack kommen, die sich auf ein modernes Weihnachtsmärchen einzulassen vermögen.

Lea ist Single, weiß jedoch bis ins Detail wie er sein soll, ihr Mr. Right. Doch wie hätte sie auch ahnen können, dass er eines Morgens in ihrer Küche steht? Zu allem Überfluss tut er das auch noch wie Gott ihn schuf – nackt. Nicht einmal in ihren kühnsten Träumen hätte sie sich das wohl so ausgemalt. Da ist er nun aber und mit ihm treten jede Menge Verwicklungen in Leas Leben. Ein zuckersüßer Debütroman, der in der Vorweihnachtszeit ein hübsch-wohliges Gefühl in der Herzgegend aufkommen lässt.

Dezembergeheimnis
Caroline Richter
Schandtaten Verlag
315 Seiten
2,99 €
eBook

#3 Advent, Advent…

…das dritte Lichtlein brennt und somit ist es heute wieder an der Zeit für eine kleine Empfehlung, falls dem ein oder anderen noch etwas Weihnachtslektüre fehlen sollte.

Diesmal handelt es sich um ein absolutes Herzensweihnachtsbuch und ich muss zugeben, mich schon mehr als einmal in dieser kleinen, zauberhaften Geschichte verloren zu haben.

 

Vor Hope liegt das erste Weihnachtsfest ohne ihre vor kurzem verstorbene, geliebte Adoptivmutter. Aber damit nicht genug, denn als sie an Heilig Abend von der Arbeit in ihre Wohnung kommt, muss sie feststellen, dass sie von Dieben ausgeraubt wurde. Ein kleiner Lichtblick in diesem Moment ist das prall mit Münzen gefüllte „Weihnachtsglas“, das sie vor ihrer Tür findet. Nur von wem stammt es? Und wie kommt es dahin? Die Journalistin in Hope möchte dieser Geschichte unbedingt auf den Grund gehen und stößt dabei auf eine wundervolle Familientradition.

In unserer hektischen Zeit in der für manche die Adventszeit mit wichtigen Projekten am Jahresende, eilig gebackenen Blechen voller Plätzchen und Besorgen der schönsten, größten und tollsten Geschenke für die Lieben in übervollen Geschäften gespickt zu sein scheint, erinnert Jason F. Wright an den Kerngedanken von Weihnachten und erdet seine Leser damit auf ganz großartige Weise. Das gelingt ihm sogar so gut, dass man dabei keinen erhobenen Zeigefinger zu spüren bekommt. Nicht nur, dass mit 144 Seiten das Buch schnell gelesen ist, es hallt wundersam angenehm nach und lässt einen das nächste leere Glas dann doch mit anderen Augen betrachten und wer weiß, wie viele Weihnachtsgläser jedes Jahr dazu kommen?

Von mir jedenfalls bekommt dieses hübsche rote Büchlein eine absolute und unbedingte Leseempfehlung!

Das Weihnachtsglas
Jason F. Wright aus dem Amerikanischen von Marie Rahn
Heyne Verlag
144 Seiten
8,99 € (nur noch als eBook erhältlich)
ISBN 978-3-641-04449-7

#2 Advent, Advent…

…das zweite Lichtlein brennt und heute habe ich mich in der Küche getummelt um leckere Plätzchen zu backen. Herrlich, wie dann der Duft nach frischen Keksen die Wohnung erfüllt. Meist kann ich es dann kaum erwarten, bis sie abkühlen und muss die ersten ein oder gar zwei schon mal warm vernaschen.
Passend hierzu möchte ich auch heute wieder ein Weihnachtsbuch empfehlen und da kann es heute kein anderes sein als:

 

Die Geschichte der 12 Freundinnen, die Jahr für Jahr im Dezember gemeinsam zusammenkommen und sich austauschen – auch, aber nicht nur über die Rezepte – ist so herzerwärmend, dass man im Kopf doch gleich mal durchgeht, mit welchen 11 Freundinnen, man seinen eigenen Christmas Cookie Club eröffnen könnte. In den 12 Kapiteln lernt man jeweils eine Freundin besser kennen. Vorangestellt ist immer ein Rezept und als Bonbon steht am Ende des Kapitels dann immer etwas zu einer Backzutat. Eine gelungene Mischung aus Weihnachtslektüre und Plätzchenrezepten. Lesen und nachahmen wird dringend empfohlen.

Der Christmas Cookie Club
Ann Pearlman aus dem Amerikanischen Christine Strüh
Marion von Schröder Verlag
368 Seiten
7,99 € (nur noch als eBook erhältlich)
ISBN-13 9783547920017

#1 Advent, Advent…

…ein Lichtlein brennt und somit lässt sich nun endgültig nicht mehr abstreiten, dass die Weihnachtszeit gekommen ist. Bis wir allerdings das erste Türchen an unseren Adventskalendern öffnen dürfen, müssen wir uns noch einige wenige Tage in Geduld üben und so möchte ich die Gelegenheit nutzen und Euch auf 24 ganz besondere „Türchen“ hinweisen, die sich in diesem entzückend erzählten Buch verstecken:

Gut, man kann einwenden, dass dieses Buch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, aber das tut der „wahren Geschichte vom Weihnachtsmann“ überhaupt gar keinen Abbruch. Ganz zauberhaft erzählt Marko Leino die Geschichte des Waisenjungen Nikolas über die ich gar nicht allzu viel verraten möchte, um nix vorweg zu nehmen. Mich zumindest hat sie jedenfalls tief berührt und auf eine weihnachtliche Reise mitgenommen abseits dessen womit ich mir sonst so die Adventszeit „literarisch“ vertreibe – auch um langsam zunehmend in Weihnachtsstimmung zu kommen. Ein wenig Selbstdisziplin ist allerdings gefragt, um wirklich an allen 24 Tagen das entsprechende Kapitelchen bzw. Türchen zu lesen. Nicht nur die Lesart dieser Geschichte ist hübsch überlegt, sondern aus meiner Sicht findet man hier mal ein erfrischend anderes, manchmal melancholisches Buch zur Weihnachtszeit, das mit erstaunlich wenig kitschigen Klischees auskommt. Schätzungsweise auch etwas für die ganze Familie, da man den täglichen Abschnitt sicherlich als ein gemütliches Ritual in der Vorweihnachtszeit gestalten kann. Allerdings für kleinere Kinder womöglich noch nicht zu empfehlen – hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass nicht nur fröhlich-unbeschwerte Weihnachtstöne zwischen den Buchdeckeln schwingen.

Wunder einer Winternacht – Die Weihnachtsgeschichte
Marko Leino aus dem Finnischen Gabriele Schrey-Vasara
Rowohlt Taschenbuch Verlag
280 Seiten
8,95 €
ISBN 978-3-499-24846-7

Die Falle – Melanie Raabe

Seit mittlerweile 11 Jahren hat die erfolgreiche Romanautorin Linda Conrads keinen Fuß mehr vor die Tür gesetzt. So lange ist es her, dass sie ihre Schwester tot in deren Wohnung aufgefunden hat und den Mörder hat flüchten sehen. Sein Gesicht ist es, dass sie noch immer bis in ihre Träume verfolgt. Doch dann sieht sie sich ganz unverhofft beim Fernsehen mit dem Gesicht des Mörders konfrontiert. Nach dem ersten Schock reift in ihr ein Plan, um nach all den Jahren denjenigen, in dem sie meint den Täter zu erkennen, in eine Falle zu locken um ihn endlich zu überführen.

Also vorweg, ich bin alles andere als eine passionierte Thrillerleserin und so hat es von der Begegnung mit Melanie Raabe und bis ich ihren Spannungsroman tatsächlich zur Hand genommen habe, zwar etwas gedauert, aber als es dann endlich so weit war, konnte ich ihn kaum noch aus der Hand legen.

Mit Linda Conrads lässt die Autorin eine nicht unbedingt ganz einfache Protagonistin ihre Geschichte erzählen. Und auch wenn man durch die Perspektive, sich nah an der Hauptperson wähnt, so weiß diese einen immer wieder zu überraschen. Darüber hinaus muss ich zugeben, dass es mir nicht durchweg leicht gefallen ist, Sympathien für Linda zu entwickeln, mit ihren Ecken und Kanten aber auch ihren liebenswerten Macken. Aber sie als Figur und der wunderbare Schreibstil, ließen mich einfach nur durch die Seiten fliegen. Ein ganz besonderer Sog geht von den zwei Erzählsträngen aus, denn ja – richtig gelesen – es gibt hier nämlich ein Buch im Buch. Großartig!

Die Aufmerksamkeit, die Melanie Raabes nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern zuteil wird, ist vollkommen verdient und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch aus ihrer Feder!

Absolute Empfehlung!
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Die Falle
btb Verlag
352 Seiten
ISBN: 978-3-442-75491-5 (gebunden, 19,99)
(inzwischen auch als: Taschenbuch)